Hitzewelle verdeutlicht notwendigen Erhalt der Haifischflosse als Klimaanpassungsmaßnahme
Wie in den vorangegangenen Beiträgen zu lesen, ist der Dietenbachwald seit der Mittsommernacht erneut besetzt worden. Hintergrund ist, dass bereits im Oktober die sogenannte Haifischflosse des Langmattenwäldchen nur für eine Erschließungsstraße gerodet werden soll, obwohl die Entscheidung über die Townhouses erst 2031 erfolgen soll.
Am 29.06.26 wurde das Protestcamp in einer Blitzaktion geräumt und ein Mensch vorübergehend in Gewahrsam genommen.
Dabei wurden auch persönliche Gegenstände der Aktivisti beschlagnahmt.
Zuvor wurde von der Stadt Freiburg am 25.06. eine Allgemeinverfügung mit einer heftigen Einschränkung der grundgesetzlich verankerten Versammlungsfreiheit erlassen . Zu finden unter Bekanntmachungen auf der Homepage der Stadt Freiburg.
Diese Allgemeinverfügung wurde nicht wie üblich zwei Wochen vorher veröffentlicht oder im am selben Wochenende erschienenen Amtsblatt veröffentlicht. Dies bedeutet, dass kein Mensch inklusive der Aktivisti von der Verfügung erfahren haben.
Die Begründung für die Aufhebung der Versammlungsfreiheit ist an den Haaren herbeigezogen. Obwohl es keine Straftaten im Umfeld der Besetzung gab, wird mit Waldbrandgefahr argumentiert, trotz Regen in der Vornacht und angekündigten Regen in der darauffolgenden Nacht.
Die Begründung rechtfertigt nicht im geringsten den schweren Eingriff in die Versammlungsfreiheit.
Die Räumung war daher zutiefst undemokratisch. Es gibt viele Urteile wie vor kurzem in Langen bei der Banny bleibt Besetzung, dass auch ein Protest in einem Baumhaus von der Versammlungsfreiheit gedeckt ist. Auch die Begründung der Allgemeinverfügung sieht dies so!
Eine derartige Missachtung der Versammlungsfreiheit sollte in unserer Stadt Freiburg nicht vorkommen. Eigentlich müsste es einen Aufschrei geben.
Genau so wichtig ist natürlich die Zukunft des Waldes. Gerade die aktuelle Hitzewelle zeigt, dass wir jeden Baum zur Kühlung brauchen geschweige denn einen ganzen Wald. Als Klimaanpassungsstrategie zur Vermeidung von Hitzetoten brauchen wir diesen Wald.
Mit der Rodung der Ecke des Langmattenwäldchens, die sogenannte Haifischflosse, werden jetzt bereits Tatsachen geschaffen obwohl die Entscheidung über die Townhouses erst 2031 fällt. Der noch nicht gerodete Wald wäre durch den Wegfall der Bäume davor Extremwetterereignissen wie Trockenheit, Hitze, Wind und Starkregen schutzlos ausgeliefert, da der dahinterliegende Waldabschnitt dies nicht gewohnt ist.
Ein kühlender Wald für alle, statt Luxuswohnungen für weniger würde gerade Menschen, die nicht so viel Geld haben, bei Hitzeepisoden helfen.
Im September wird der Gemeinderat über den aktuellen Bebauungsplan entscheiden.
Wir vom Aktionsbündnis Hände weg vom Dietenbachwald haben keine Einwände gegen den Bau des Schul- und Sportcampus. Daher bitten wir die Fraktionen im Freiburger Gemeinderat, ob sie einen Antrag stellen könnten, dass die Entscheidung über die Rodung der Haifischflosse für die Erschließungsstraße von der Entscheidung über den Schul- und Sportcampus abgekoppelt wird.
Zumindest bis über die Townhouses entschieden wird.
Zudem könnte die Erschließungsstraße durchaus auch eine kleine Kurve machen und die Haifischflosse schonen.
Wir würden uns sehr freuen, wenn die Fraktionen sich darüber Gedanken machen könnten.

