Rodung der Haifischflosse des Langmattenwäldchens demnächst für Erschließungstraße geplant!
Wie in der Grafik zum Bebauungsplan 6-177 ersichtlich, wird bereits zum jetzigen Zeitpunkt im Bebauungsplan Schulcampus Ost die Rodung eines Teils des nördlichen Abschnitts des Langmattenwäldchens geplant, obwohl eigentlich der Schul- und Sportcampus an anderer Stelle zur Entscheidung steht.

Die geplante Erschließungsstraße durchschneidet die nordwestlich gelegene, im Umweltbericht „Haifischflosse“ genannte, Ecke des Langmattenwäldchens. Dafür sollen dann 1232 qm des sehr hochwertigen Hainbuchen/Eichenwaldes demnächst gerodet werden. In diesem Bereich stehen wunderschöne alte Bäume, die von sehr vielen teils gefährdeten Tierarten bewohnt werden. Beispielsweise steht dort eine wunderschöne sehr alte Eiche. Ein derartiger Baum kann bis zu 1000 Tierarten eine Heimat bieten.

Gerade die Waldränder sind nämlich besonders hochwertig für viele Arten. Eine Entfernung der Waldränder kann überdies hinaus den gesamten Wald schädigen, indem der Wald Trockenstress und Sturm ausgesetzt ist, ohne sich entsprechend angepasst zu haben.
Mit dem Verlauf der Erschließungsstraße werden Fakten geschaffen, u.a. für einen Bebauungsplan der höchstwahrscheinlich erst 2031 zur Disposition steht (Bebauungsplan Lehener Winkel). Zumal die dort geplanten Townhouses, für die 0,6ha des Nordrands des Langmattenwäldchens gerodet werden sollen, erst in ca. 5 Jahren zur Abstimmung stehen.
Es erschließt sich mitnichten wieso diese Straße nicht einen kleinen Bogen machen könnte und damit den Waldabschnitt erhalten könnte. Wenigstens bis es zum endgültigen Baubeginn kommt.
In dem offiziellen Umweltbericht wird der Wald als hochwertiger Klimaschutzwald bezeichnet, der die höchste Zahl an notwendigen Ausgleichsfaktoren auslöst.
In Zukunft werden wir mit deutlich mehr Hitzetagen zu rechnen haben. Diese Hitzetage gefährden nachweislich Menschenleben.
Daher sind Klimaschutzmaßnahmen wie der Erhalt von Bäumen unabdingbar und unbedingt umzusetzen. Eine Neuanpflanzung oder Ausgleichsmaßnahmen am Kaiserstuhl können diese dringend notwendige Kühlung nicht leisten.
Wieso nicht bereits jetzt den Rahmenplan anpassen und dort im Bereich des nördlichen Abschnitts des Langmattenwäldchens einen Waldpark für die zukünftigen Bewohner planen? Vielleicht wird der Gemeinderat in Zukunft so entscheiden. Eine bereits jetzt durchgeführte Rodung könnte den Erfolg einer derartigen Planung schmälern. Außerdem sind rein flächenmäßig im gesamten Gebiet Dietenbach relativ wenig Grünflächen geplant. Ein zusätzlicher Waldrandpark würde das Gebiet deutlich aufwerten.

Die in diesem Bebauungsplan vorgesehenen Waldinanspruchsnahmen von 16309 qm führen zu dem Verbotstatbestand der Schädigung für bis zu 20 europarechtlich geschützte Tierarten.
Diese Schädigung kann für den Abend- und Kleinabendsegler nicht ausgeglichen werden, so dass eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden muss.
Wir erleben nicht nur ein Artensterben unvorstellbaren Ausmaßes aktuell, sondern auch die Bestände vieler bis jetzt noch nicht gefährdeter Arten nehmen deutlich ab. Es gibt Zahlen, dass die Wirbeltierbestände von 1970 bis 2020 um bis zu 70% abgenommen haben. Dieser Effekt wird auch Shifting-Baseline-Syndrome genannt und bedeutet, da wir nur die heutigen Zustände kennen, uns gar nicht vorstellen können, wie die Natur früher mal gewesen ist.
Freiburg sollte daher mit gutem Beispiel voran gehen und dem Artenschutz, wie im Klima- und Artenschutzmanifest beschlossen, oberste Priorität einräumen.
Gerade deshalb ist es dringend nötig diese Schädigung auf ein Minimum zu beschränken. Ein anderer Verlauf der Erschließungsstraße, der die Bäume mit Bruthöhlen schützt, könnte gerade aufgrund des kleinen Gebiets mit wenig Aufwand viel Schutz bewirken.

Bitte planen Sie bzgl. der Erschließungsstraße daher entsprechend um, liebe Stadt Freiburg!
Unser Bündnis positioniert sich absichtlich nicht gegen die Planung für den Schul- und Sportcampus, da dieser notwendig ist.
Wir, als Bündnis, würden gerne von der PG Dietenbach wissen, weshalb bereits zum jetzigen Zeitpunkt ein Eingriff im Bereich des Nordrandes des Langmattenwäldchens geplant wird?
Wieso kann die Erschließungsstraße keinen anderen Verlauf nehmen? Es würde sich nur um eine kleine Kurve handeln.
Wenn die Kurve nicht möglich ist, wieso kann dann die Straße als ganzes nicht leicht versetzt werden um den Wald zu schonen?


