Regierungspräsidium Freiburg genehmigt die Gefährdung von 14 Tierarten !

Im Rahmen des Bau des neuen Stadtteils Dietenbach kommt es nach den Artenschutzgutachten zu einer Schädigung von 14 Tierarten. Für diese Tierarten können keine ausreichenden Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt werden. Daher musste die Stadt Freiburg für diese Tierarten eine Ausnahmegenehmigung aufgrund öffentlichen Interesses beantragen.

Diese Ausnahmegenehmigung wurde vergangene Woche vom Regierungspräsidium erteilt und im Amtsblatt der Stadt Freiburg schöngeredet, obwohl hierbei bedrohte Tierarten zu Schaden kommen.

Wir kritisieren diese Ausnahmegenehmigung, da durch den Erhalt des Waldes die Schädigung der betroffenen Tierarten viel geringer ausfallen würde und der Stadtteil dennoch gebaut werden könnte.

3% der Gesamtfläche sind nur bewaldet. Wieso kann daher nicht so umgeplant werden, dass der Wald erhalten bleibt und damit das Zuhause vieler bedrohter Tierarten nicht verloren geht. Da der Satzungsbeschluss des Bebauungsplan noch aussteht, sind diese Umplanungen durchaus noch möglich.

Kann die Rodung eines Klimaschutzwaldes zur Kühlung der zukünftigen Bewohner an Hitzetagen im überragenden öffentlichen Interesse sein?

Kann die Gefährdung dieser 14 Tierarten hinsichtlich des gravierenden Artensterbens im öffentlichen Interesse sein?

Das Artensterben wird nicht nur in Paris oder Kyoto verhindert, sondern von jedem einzelnen auf lokaler Ebene! Gerade da, durch Umplanungen, auch ohne die Gefährdung dieser Tierarten der Stadtteil gebaut werden könnte. In Europa sind ein Fünftel der Tierarten vom Aussterben bedroht.

Nachfolgend möchten wir die 14 Tierarten vorstellen.

Sperber

Sperber Foto: Frank Derer NABU

Kuckuck

Kuckuck auf der roten Liste als gefährdet klassifiziert. Foto: Hartmut Mletzko NABU

Waldkauz

Waldkauz (Strix aluco) Foto: Christoph Bosch NABU

Jedes Jahr sind im Langmattenwäldchen die Bettelrufe der Jungvögel zu hören.

Grünspecht

Männchen Adult Foto: Ralph Martin NABU

Schwarzspecht

Schwarzspecht Foto: Ulrich Sach NABU

Mittelspecht

Mittelspecht Foto: Martin Schröder NABU

Kleinspecht

Kleinspecht, auf der roten Liste als gefährdet klassifiziert. Foto: Frank Derer NABU

Pirol

Pirol: Auf der Vorwarnliste der roten Liste. Quelle NABU Hans Pollin

Bechsteinfledermaus

Bechsteinfledermaus im Langmattenwäldchen durch Fang nachgewiesen Foto: Dietmar Nill NABU

Quelle Fledermausschutz.de

Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii (Kuhl, 1817))

Rote Liste 2020 D: Stark gefährdet (2)
Rote Liste 2009 D: Stark gefährdet (2)
Rote Liste NRW: Stark gefährdet (2)

Aktuell im Bestand selten, im kurzfristigen Trend stabil, langfristig starker Rückgang
Risiko: Verstärkte direkte Einwirkungen. Verstärkte indirekte Einwirkungen.

Bemerkungen
Die Bechsteinfledermaus ist ähnlich wie die Nymphenfledermaus (Myotis alcathoe) besonders stark auf alte, an Baumhöhlen reiche Laubwaldbestände angewiesen (Urwaldfledermaus). Sie ist daher in besonderem Maße von der forstlichen Nutzung alter Waldbestände betroffen. Waldbestände mit einem Alter über 130 Jahre machen einen nur geringen Anteil an der gesamten Forstfläche der Bundesrepublik aus. Sie sind für den Schutz der Bechsteinfledermaus von besonderer Bedeutung und daher unbedingt zu erhalten bzw. durch Nutzungsverzicht langfristig zu fördern (Dietz & Krannich 2019).

Durch verbesserten Kenntnisstand und neue Erfassungsmethoden sind in den letzten Jahren weitere Kolonien der Art aufgefunden worden (z. B. Dietz & Krannich 2019, Meinig et al. 2019). Das bedeutet jedoch nicht, dass sich der reale Bestand vergrößert hat. Es sind zugleich Verluste durch Holzeinschlag zu befürchten, wenn ein Vorkommen der Art zuvor nicht bekannt war. Die Einschätzung eines „schlechten Erhaltungszustandes mit positiver Tendenz“, wie sie zur Zeit (Stand April 2019) in Nordrhein-Westfalen besteht (LANUV 2018), ist deshalb nicht nachvollziehbar.

Die Vorkommen der Bechsteinfledermaus sind nahezu vollständig auf Europa beschränkt, ca. ¼ des bekannten Weltbestandes lebt in Deutschland (Dietz & Krannich 2019).

Wasserfledermaus

Wasserfledermaus Foto: Dietmar Nill NABU

Zwergfledermaus

Zwergfledermaus Foto: Eckhard Grimmberger NABU

Kleinabendsegler

Kleiner Abendsegler Foto: Nill NABU

Abendsegler:

Abendsegler auf der Vorwarnliste Foto: Raimund Francke NABU

Haselmaus

Haselmaus Vorwarnliste Foto: Dieter Bark NABU